Mit den Pflegestärkungsgesetzen hat ein Umdenken in der Pflege begonnen. Mehr Leistungen für Pflegebedürftige, mehr Entlastung und Sicherheit für pflegende Angehörige und mehr Zeit für Pflegekräfte - die Neuerungen kommen im Alltag an.

Wir stärken die Pflege

Mit den Pflegestärkungsgesetzen stehen seit 2017 jährlich 5 Milliarden Euro zusätzlich für die Pflege zur Verfügung. Die Pflegeversicherung ist damit um etwa 20% leistungsfähiger. So erhalten gerade Menschen mit Demenz erstmals einen gleichberechtigten Zugang zu allen Leistungen der Pflegeversicherung.


So stärken wir die Pflege

Für Pflegebedürftige, pflegende Angehörige und Pflegekräfte

Grafik zu den Pflegestärkungsgesetzen

1. Pflegebedürftigkeit neu definiert

Die Pflegestärkungsgesetze leiten ein Umdenken in der Pflege ein. So werden seit Jahresanfang neben körperlichen auch geistige und seelische Beeinträchtigungen bei der Begutachtung gleichberechtigt berücksichtigt.

2. Fünf neue Pflegegrade

Aus drei Pflegestufen sind zum 1. Januar 2017 fünf neue Pflegegrade geworden. Der Vorteil: Die Begutachtung führt zukünftig zu einer genaueren Einstufung und berücksichtigt viel umfassender als bisher die Beeinträchtigungen der Menschen in allen pflegerelevanten Lebensbereichen.

6. Weniger Anträge

Für Hilfsmittel wie Gehhilfen oder Duschstühle sind seit dem 1.1.2017 keine Anträge mehr nötig – vorausgesetzt, der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) empfiehlt diese in seinen Gutachten.

10. Angebote zur Unterstützung im Alltag

Seit dem 1.1.2017 können alle Pflegebedürftigen den Entlastungsbetrag in Höhe von bis zu 125 Euro im Monat in Anspruch nehmen. Damit können Kosten für Angebote zur Unterstützung im Alltag erstattet werden.

11. Förderung betreuter Wohngruppen

Auch für Wohngruppen gibt es Vorteile. Für die Gründung einer WG sowie für Maßnahmen für den Wohnungsumbau gibt es eine Anschubfinanzierung. Pflegebedürftige er halten zudem einen monatlichen Wohngruppenzuschlag.

13. Neuerungen bei den Eigenanteilen

Seit dem 1.1.2017 gilt in jeder vollstationären Pflegeeinrichtung ein einrichtungseinheitlicher pflegebedingter Eigenanteil. Das heißt: Es gibt innerhalb ein und derselben Einrichtung keinen Unterschied mehr bei den pflegebedingten Eigenanteilen der Bewohnerinnen und Bewohner mit den Pflegegraden 2 bis 5.

14. Mehr Betreuungsangebote

Mehr Zeit für Spaziergänge oder Vorlesen – seit 1.1.2017 kommen zusätzliche Betreuungsangebote allen stationär Gepflegten zugute.

15. Verbesserte Pflege zu Hause

Angehörigen steht über die Pflegekasse ein kostenloser Pflegekurs zu. Außerdem haben sie oder weitere Personen Anspruch auf Pflegeberatung – mit oder ohne Beteiligung der pflegebedürftigen Person. Voraussetzung dafür ist das Einverständnis der pflegebedürftigen Person.

16. Mehr Auszeiten

Pflegende Angehörige können jetzt bis zu sechs Wochen im Jahr eine Auszeit von der Pflege nehmen (Verhinderungspflege).

17. Freistellung vom Beruf

Wer pflegt und berufstätig ist, kann bis zu zehn Tage unter bestimmten Voraussetzungen einmalig Lohnersatzleistungen in Anspruch nehmen (Pflegeunterstützungsgeld) und bis zu zwei Jahre seine Arbeitszeit reduzieren (Familienpflegezeit- und Pflegezeitgesetz).

18. Bessere soziale Absicherung

Seit dem 1.1.2017 erhalten mehr pflegende Angehörige einen Anspruch auf Rentenversicherungsbeiträge. Auch der Schutz in der Arbeitslosenversicherung verbessert sich.

20. Zusätzliche Betreuungskräfte

Zusätzliche Betreuungskräfte erleichtern den Alltag in der Pflege – sowohl für die Pflegebedürftigen als auch für die Fachkräfte. Die Pflegestärkungsgesetze haben es ermöglicht, dass sich in der stationären Pflege mittlerweile 49.000 Frauen und Männer darum kümmern.

Weitere Informationen

Kleine Abbildung des Posters: So stärken wir die Pflege

Info-Poster „So stärken wir die Pflege“

Umfang: 5 Seiten Stand: April 2017

Mit den Pflegestärkungsgesetzen stellt die Bundesregierung die Versorgung pflegebedürftiger Menschen auf eine neue Grundlage. Das Poster gibt einen verständlichen Überblick darüber, warum, für wen und wie die Pflegversicherung ausgebaut und modernisiert wurde.

Kleine Abbildung der Broschüre: Die Pflegestärkungsgesetze - Das Wichtigste im Überblick"

Die Pflegestärkungsgesetze – Das Wichtigste im Überblick

Umfang: 36 Seiten Stand: April 2017

Was hat sich durch die Pflegestärkungsgesetze geändert für Pflegebedürftige, was für deren Angehörige und Pflegekräfte? Diese Broschüre gibt Antworten und bietet Informationen rund um die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs.

Geschichten aus der Pflege

Auf dem Bild sind die jungen Pflegerinnen Jenny Peschel und Ute Heyn von der Seite zu sehen. Sie stehen hintereinander. Jenny hebt ihren angewinkelten Arm, Ute hält sie an der Schulter fest.
Wir stärken die Pflege.
Und Jenny.

Die Pflegedienstleiterin weiß, wie kostbar die Zeit mit den alten Menschen ist, die sie Tag für Tag mit ihrem Team pflegt. Sie hofft, dass mit dem neuen Pflegestärkungsgesetz mehr Zeit für den Einzelnen bleibt.

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Auf dem Bild ist der älterere Herr Hiller auf einem Stuhl sitzend zu sehen. Er hebt den linken Arm und winkelt ihn an, die Faust ist geballt.
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Und Herrn Hiller.

Der 95-Jährige schätzt das Gespräch mit dem Pflegepersonal – und wünscht sich noch mehr Zeit für spannende Diskussionen.

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Auf dem Bild ist der kleine Junge Joel im Rollstuhl von vorne zu sehen. Er dreht sich zu seiner Mutter um, die hinter ihm steht und ihn ansieht. Die Mutter hebt ihren angewinkelten Arm, die Faust ist geballt.
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Und Joël. Und seine Mutter.

Mit seinem Rollstuhl bewegt sich der 11-jährige Schüler weitestgehend selbstständig, ist jedoch auf Unterstützung angewiesen. Ein neuer Treppenlift bedeutet für ihn mehr Freiheit im Alltag.

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Auf dem Bild ist der älterere Herr Niermann von vorne zu sehen. Er hebt seinen angewinkelten Arm, die Faust ist geballt. Hinter ihm steht seine erwachsene Tochter, die seine Schulter festhält.
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Und Familie Niermann.

Lange wurde der 89-jährige Bernhard von seiner Familie gepflegt – nun wird er im Pflegeheim betreut. Dort genießt er die Zeit mit neuen Freunden und nutzt vielfältige Betreuungsangebote.

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