Mit den Pflegestärkungsgesetzen hat ein Umdenken in der Pflege begonnen. Mehr Leistungen für Pflegebedürftige, mehr Entlastung und Sicherheit für pflegende Angehörige und mehr Zeit für Pflegekräfte - die Neuerungen kommen im Alltag an.

Wir stärken die Pflege

Mit den Pflegestärkungsgesetzen stehen ab 2017 jährlich 5 Milliarden Euro zusätzlich für die Pflege zur Verfügung. Die Pflegeversicherung ist damit um etwa 20% leistungsfähiger. So erhalten gerade Menschen mit Demenz erstmals einen gleichberechtigten Zugang zu allen Leistungen der Pflegeversicherung.

So stärken wir die Pflege

Für Pflegebedürftige, pflegende Angehörige und Pflegekräfte



Häusliche Pflege

Mehr als zwei Drittel aller Pflegebedürftigen werden zu Hause gepflegt – meist sorgen Angehörige oder ambulante Pflegedienste für sie. Um die häusliche Pflege zu stärken, hat die Bundesregierung die Leistungen für die Pflege zu Hause deutlich verbessert und Unterstützungsangebote ausgeweitet.

  • Höheres Pflegegeld 
    Für alle zu Hause betreuten Pflegebedürftigen wurde das Pflegegeld am 1. 1. 2015 erhöht.
  • Mehr Geld für Pflegehilfsmittel 
    Bis zu 40 Euro stehen pro Monat für Verbrauchsprodukte wie Betteinlagen oder Einmalhandschuhe zur Verfügung.
  • Weniger Anträge*
    Für Hilfsmittel wie Gehhilfen oder Duschstühle sind keine Anträge mehr nötig – vorausgesetzt, der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) empfiehlt diese.
  • Höhere Zuschüsse für Umbauten 
    Bis zu 4.000 Euro können pro Maßnahme beantragt werden – etwa für Arbeiten zur Türverbreiterung.

* gültig ab 1.1.2017

Häusliche Pflege mit Unterstützung

Hilfe bei der Pflege im häuslichen Umfeld bieten z. B. ambulante Pflegedienste oder Einrichtungen der Tages- und Nachtpflege. 

  • Höhere Pflegesachleistungen
    Für alle Pflegebedürftigen sind am 1. 1. 2015 die Ansprüche auf Pflegesachleistungen für die häusliche Pflege gestiegen.
  • Ausbau der Tages- und Nachtpflege
    Für die Tages- und Nachtpflege steht deutlich mehr Geld zur Verfügung. Sie werden nicht mehr mit Geld- und Sachleistungen verrechnet.
  • Ausweitung der Kurzzeitpflege
    Bis zu acht Wochen Kurzzeitpflege sind im Jahr möglich.
  • Angebote zur Unterstützung im Alltag*
    Ab dem 1. 1. 2017 können alle Pflegebedürftigen den Entlastungsbetrag in Höhe von bis zu 125 Euro im Monat in Anspruch nehmen. Damit können Kosten für Angebote zur Unterstützung im Alltag erstattet werden.
  • Förderung Betreuter Wohngruppen
    Maximal 10.000 Euro Anschubfinanzierung gibt es für die Gründung betreuter Wohngruppen, bis zu 16.000 Euro je Maßnahme für den Wohnungsumbau. Pflegebedürftige erhalten ab dem 1. 1. 2017 monatlich einen Wohngruppenzuschlag von 214 Euro.*

* gültig ab 1.1.2017

Pflege in einer Einrichtung

Knapp ein Drittel der Pflegebedürftigen werden in einem Alten-, Pflege- oder Altenwohnheim gepflegt. Auch ihnen kommen die Neuerungen zugute.

  • Höhere Leistungsbeträge
    Für alle Pflegebedürftigen in vollstationärer Pflege wurden am 1. 1. 2015 die Leistungsbeträge angehoben.
  • Neuerungen bei den Eigenanteilen*
    Ab 2017 gilt in jeder vollstationären Pflegeeinrichtung ein einrichtungseinheitlicher pflegebedingter Eigenanteil. Das heißt: Es gibt innerhalb ein und derselben Einrichtung keinen Unterschied mehr bei den pflegebedingten Eigenanteilen der Bewohnerinnen und Bewohner mit den Pflegegraden 2 bis 5.
  • Mehr Betreuungsangebote*
    Mehr Zeit für Spaziergänge oder Vorlesen – zusätzliche Betreuungsangebote kommen allen stationär Gepflegten zugute. 

* gültig ab 1.1.2017

Pflegende Angehörige

Pflegende Angehörige erhalten bessere Unterstützung und Wahlmöglichkeiten bei der Pflege und zugleich mehr gesellschaftlichen Rückhalt.

  • Kostenlosere Pflegekurs
    Die Pflege zu Hause verbessern: Angehörigen steht über die Pflegekasse ein kostenloser Pflegekurs zu.
  • Mehr Auszeiten
    Pflegende Angehörige können jetzt bis zu sechs Wochen im Jahr eine Auszeit von der Pflege nehmen (Verhinderungspflege).
  • Bessere soziale Absicherung*
    Ab dem 1. 1. 2017 erhalten mehr pflegende Angehörige einen Anspruch auf Rentenversicherungsbeiträge. Auch der Schutz in der Arbeitslosenversicherung verbessert sich.
  • Freistellung vom Beruf
    Wer pflegt und berufstätig ist, kann zehn Tage Lohnersatzleistungen in Anspruch nehmen (Pflegeunterstützungsgeld) und bis zu zwei Jahre seine Arbeitszeit reduzieren (Familienpflegezeit- und Pflegezeitgesetz).
  • Individuelle Pflegeberatung
    Seit dem 1. 1. 2016 haben auch Angehörige oder weitere Personen einen eigenen Anspruch auf Pflegeberatung mit oder ohne Beteiligung der pflegebedürftigen Person. Voraussetzung dafür ist das Einverständnis der pflegebedürftigen Person.

* gültig ab 1.1.2017

Pflegekräfte

In Deutschland arbeiten rund eine Million Menschen in der Pflege. Auch für ihre Arbeit verbessern sich durch die Pflegestärkungsgesetze die Rahmenbedingungen. 

  • Einfache Pflegedokumentation
    Die Pflegedokumentation in Pflegeeinrichtungen wird vereinfacht.
    Pflegekräften bleibt mehr Zeit für die Pflege.
  • Zusätzliche Betreuungskräfte
    Mehr Teilhabe für Pflegebedürftige, Unterstützung für Pflegekräfte – bis zu 20.000 zusätzliche Betreuungskräfte stärken die Pflege.

Info-Poster „So stärken wir die Pflege“

Mit den Pflegestärkungsgesetzen stellt die Bundesregierung die Versorgung pflegebedürftiger Menschen auf eine neue Grundlage. Das Poster gibt einen verständlichen Überblick darüber, warum, für wen und wie die Pflegversicherung ausgebaut und modernisiert wurde.

Die Pflegestärkungsgesetze – Das Wichtigste im Überblick

Umfang: 36 Seiten Stand: Mai 2016

Was hat sich durch die Pflegestärkungsgesetze geändert für Pflegebedürftige, was für deren Angehörige und Pflegekräfte? Diese Broschüre gibt Antworten und bietet Informationen rund um die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs.

Geschichten aus der Pflege

Auf dem Bild sind die jungen Pflegerinnen Jenny Peschel und Ute Heyn von der Seite zu sehen. Sie stehen hintereinander. Jenny hebt ihren angewinkelten Arm, Ute hält sie an der Schulter fest.
Wir stärken die Pflege.
Und Jenny.

Die Pflegedienstleiterin weiß, wie kostbar die Zeit mit den alten Menschen ist, die sie Tag für Tag mit ihrem Team pflegt. Sie hofft, dass mit dem neuen Pflegestärkungsgesetz mehr Zeit für den Einzelnen bleibt.

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Auf dem Bild ist der älterere Herr Hiller auf einem Stuhl sitzend zu sehen. Er hebt den linken Arm und winkelt ihn an, die Faust ist geballt.
Wir stärken die Pflege.
Und Herrn Hiller.

Der 95-Jährige schätzt das Gespräch mit dem Pflegepersonal – und wünscht sich noch mehr Zeit für spannende Diskussionen.

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Auf dem Bild ist der kleine Junge Joel im Rollstuhl von vorne zu sehen. Er dreht sich zu seiner Mutter um, die hinter ihm steht und ihn ansieht. Die Mutter hebt ihren angewinkelten Arm, die Faust ist geballt.
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Und Joël. Und seine Mutter.

Mit seinem Rollstuhl bewegt sich der 11-jährige Schüler weitestgehend selbstständig, ist jedoch auf Unterstützung angewiesen. Ein neuer Treppenlift bedeutet für ihn mehr Freiheit im Alltag.

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Auf dem Bild ist der älterere Herr Niermann von vorne zu sehen. Er hebt seinen angewinkelten Arm, die Faust ist geballt. Hinter ihm steht seine erwachsene Tochter, die seine Schulter festhält.
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Und Familie Niermann.

Lange wurde der 89-jährige Bernhard von seiner Familie gepflegt – nun wird er im Pflegeheim betreut. Dort genießt er die Zeit mit neuen Freunden und nutzt vielfältige Betreuungsangebote.

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Auf dem Bild ist ein junges Mädchen zu sehen, das ihren linken Arm anwinkelt und hebt und ihre Hand zur Faust ballt. Mit dem rechten Arm umarmt sie ihren neben sich auf dem Sofa sitzenden Opa, Herrn Sparzynski.
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Und Familie Sparzynski.

Um die häusliche Pflege eines Angehörigen kümmert sich oft die ganze Familie – Tag für Tag. Mehr ambulante Unterstützung entlastet die Pflegenden und ermöglicht regelmäßige Auszeiten.

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Auf dem Bild ist die ältere Dame Frau Rouvel von vorne zu sehen, die ihren angewinkelten Arm hebt und ihre Faust ballt.
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Und Frau Rouvel.

Auch mit 96 Jahren noch ein selbstständiges Leben führen. Das ist der ehemaligen Kinderpflegerin sehr wichtig. Gemeinsam mit ihrem Pflege-Team im Seniorenheim gelingt es jeden Tag.

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