Die Leistungsverbesserungen durch das Pflegestärkungsgesetz I sind eine Antwort der Bundesregierung auf die demografische Entwicklung unserer Gesellschaft. Derzeit sind 2,7 Millionen (Stand:12/2014) Menschen in Deutschland auf Pflege angewiesen. Für sie und ihre Angehörigen sowie die Pflegekräfte hat das Bundesgesundheitsministerium die Rahmenbedingungen deutlich verbessert.

Die wichtigsten Änderungen auf einen Blick

  • Leistungsverbesserungen in Höhe von 2,4 Milliarden Euro für rund 2,7 Millionen Pflegebedürftige
  • Anstieg der meisten Leistungsbeträge um 4 Prozent
  • Häusliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen in der ambulanten Pflege jetzt auch für körperlich beeinträchtigte Pflegebedürftige
  • Zuschüsse von bis zu 4.000 Euro je Maßnahme statt bisher 2.557 Euro für altersgerechten Wohnungsumbau
  • 40 statt bisher 31 Euro im Monat Zuschuss der Pflegeversicherung für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel – wie beispielsweise Einmalhandschuhe oder Mundschutz
  • Tages- und Nachtpflege künftig in vollem Umfang neben ambulanten Sach- und Geldleistungen nutzbar
  • Sachleistungen der teilstationären Tages- und Nachtpflege und der Kurzzeitpflege erstmals auch für demenziell erkrankte Personen ohne Pflegestufe (sog. „Pflegestufe 0“); gilt auch für den Wohngruppenzuschlag
  • Kurzzeit- und Verhinderungspflege für Betroffene flexibler nutzbar
  • 510 Millionen Euro für zusätzliche Betreuungskräfte in den stationären Pflegeeinrichtungen: Anstieg von rund 25.000 auf bis zu 45.000 Betreuungskräfte möglich
  • Rund 1,2 Milliarden Euro pro Jahr im Pflegevorsorgefonds bei der Bundesbank zur langfristigen Stabilisierung der Beiträge
  • Um 0,3 Prozentpunkte höherer Beitrag zur Pflegeversicherung

Fach- und Detailinformationen rund um das Pflegestärkungsgesetz I erhalten Sie auch auf der
Themenseite des Bundesgesundheitsministeriums.

Was bringt das Pflegestärkungsgesetz I?

Klicken Sie sich durch die Galerie und erfahren Sie, was das Pflegestärkungsgesetz I für die häusliche Pflege und für Demenzerkrankte verbessert.

Häusliche Pflege

Demenz

Die Illustration zeigt einen auf einem Hocker sitzenden jungen Mann, dessen Arm gestikuliert, während er einem , in einem Lehnsessel ruhig sitzenden älteren Herren vorliest

Entlastungsangebote im Alltag

Monatlich können 104 Euro (Grundbetrag) bzw. 208 Euro (erhöhter Betrag) bei Betreuungsbedarf in Anspruch genommen werden. Zum Beispiel für Alltagsbegleiter.

Seit dem 1. Januar 2015 werden die zusätzlichen Betreuungsleistungen um die Möglichkeit ergänzt, Entlastungsleistungen in Anspruch zu nehmen. Auch Pflegebedürftige ohne erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz erhalten nun einen Anspruch in Höhe des Grundbetrages von 104 Euro. Für Menschen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz steht daneben ein Betrag von 208 Euro zur Verfügung. Für welche Leistungen das Geld eingesetzt werden kann, regeln Pflegekassen und Bundesländer. Das können z. B. Alltagsbegleiter sein.

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Die Illustration zeigt junge Eltern, die auf dem Boden sitzen. Zwischen ihnen tanzt ihre kleine Tochter

Mehr Geld für Pflegemittel

Es gibt bis zu 40 Euro pro Monat für Verbrauchsprodukte – rund 30 Prozent mehr als zuvor.

Die Zuschüsse für Pflegehilfsmittel wurden mit dem Pflegestärkungsgesetz I am 1. Januar 2015 deutlich erhöht. Sie sind von bis zu 31 Euro auf nun bis zu 40 Euro je Monat gestiegen.

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Die Illustration zeigt ein auf einem Schemel stehendes kleines Kind im Badezimmer, das sich die Hände wäscht. Auf einem rutschfesten Läufer steht ein Rollstuhl neben einer behindertengerechten Toilette.

Rückhalt für Angehörige

Wer pflegt, kann zehn Tage Lohnersatzleistungen in Anspruch nehmen und über zwei Jahre seine Arbeitszeit reduzieren.

Beschäftigte, die kurzfristig die Pflege eines nahen Angehörigen organisieren müssen, können eine bis zu zehntägige Auszeit nehmen. Für diesen Zeitraum besteht ein Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld. Zudem besteht im Rahmen der Familienpflegezeit die Option, zur Pflege eines nahen Angehörigen die Wochenarbeitszeit für maximal 24 Monate bis auf 15 Stunden zu reduzieren.

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Die Illustration zeigt einen jungen Mann mit Koffer und auf den Kopf gesteckter Sonnenbrille, der seine Mutter zum Abschied auf den Kopf küsst. Hinter dem Mann wartet freudig ein Hund.

Auszeiten für Angehörige

Wenn Pflegende krank werden oder Urlaub machen wollen, stehen bis zu 1.612 Euro für die Verhinderungspflege bereit.

Erholungs-, Vorsorge- und Rehabilitationsaufenthalte können für Pflegende hilfreich oder manchmal auch schlicht notwendig sein. Für die Versorgung des Pflegebedürftigen kann in dieser Zeit der Anspruch auf Kurzzeit- oder Verhinderungspflege eingesetzt werden. Diese Leistungen wurden mit dem Pflegestärkungsgesetz I ausgebaut und können darüber hinaus nun besser miteinander kombiniert werden. So kann der Betrag für die Verhinderungspflege mit 50 Prozent der noch nicht in Anspruch genommenen Kurzzeitpflege auf bis zu 2.418 Euro angehoben werden. Bei stationären Reha-Aufenthalten können Pflegepersonen die von ihnen gepflegte Person mitnehmen – wenn der Wunsch dazu besteht. In solchen Fällen kann Kurzzeitpflege beansprucht werden.

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Die Illustration zeigt einen schwitzenden Handwerker, der mit einem Bohrer an einer Haustür werkelt. Am Geländer vor dem Haus hängen Plakate des Bundesministeriums für Gesundheit und des Pflegestärkungsgesetzes

Höhere Zuschüsse für Umbauten

Bis zu 4.000 Euro stehen jetzt pro Maßnahme bereit. Etwa für Arbeiten zur Türverbreiterung.

Damit Menschen möglichst lange im gewohnten Umfeld bleiben können, werden viele notwendige Umbaumaßnahmen gefördert. Die finanziellen Zuschüsse für Umbauten sind mit dem Pflegestärkungsgesetz I deutlich gestiegen – von bisher bis zu 2.557 Euro auf bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme. Wohnen mehrere Anspruchsberechtigte zusammen, kann sogar ein Betrag von bis zu 16.000 Euro eingesetzt werden.

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Auf der Illustration ist ein lächelnder Pfleger zu sehen, der eine ältere Dame im Rollstuhl an eine Rampe schiebt. Die ältere Dame beugt sich nach vorne.

Ausbau bei Tages- und Nachtpflege

Die Leistungen werden nicht mehr auf die Geld- und Sachleistungen angerechnet.

Bisher wurden die Inanspruchnahme von Tages- und Nachtpflege sowie von ambulanten Sachleistungen und/oder Pflegegeld zum Teil aufeinander angerechnet. Das änderte sich am 1. Januar 2015: Wer ambulante Sachleistungen und/oder Pflegegeld bekommt, kann nun Tages- und Nachtpflege daneben ohne Anrechnung voll in Anspruch nehmen. Damit steht deutlich mehr Geld für die Betreuung zur Verfügung.

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Die Illustration zeigt einen auf einem Hocker sitzenden jungen Mann, dessen Arm gestikuliert, während er einem , in einem Lehnsessel ruhig sitzenden älteren Herren vorliest

Förderung für betreute Wohngruppen

Demenziell Erkrankte können eine Anschubfinanzierung von 2.500 Euro erhalten, wenn sie eine ambulant betreute Wohngruppe gründen wollen.

Auch demenziell Erkrankte der Pflegestufe 0 erhalten nun die einmalige Anschubfinanzierung für ambulant betreute Wohngruppen. Jede dieser Wohngruppen hat jeweils Anspruch auf maximal 10.000 Euro für die altersgerechte oder barrierearme Umgestaltung. Zudem wurde der Zuschlag aus der Pflegeversicherung für Pflegebedürftige in ambulant betreuten Wohngruppen mit mindestens drei Pflegebedürftigen auf 205 Euro pro Monat erhöht.

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Die Illustration zeigt junge Eltern, die auf dem Boden sitzen. Zwischen ihnen tanzt ihre kleine Tochter

Mehr Geld für ambulante Leistungen

Das Pflegestärkungsgesetz I weitet den Anspruch auf Betreuungsleistungen in der ambulanten Pflege aus. Für demenziell Erkrankte steigt der Betrag auf 104 beziehungsweise auf 208 Euro pro Monat.

Durch das Pflegestärkungsgesetzes I können demenziell Erkrankte bei häuslicher Pflege zusätzliche Betreuungsleistungen erhalten. Der Anspruch für niedrigschwellige Angebote in der ambulanten Pflege steigt auf bis zu 208 Euro pro Monat. Pflegebedürftige mit Pflegestufe I bis III ohne erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenz können einen Betreuungsbetrag von monatlich bis zu 104 Euro erhalten.

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Die Illustration zeigt ein auf einem Schemel stehendes kleines Kind im Badezimmer, das sich die Hände wäscht. Auf einem rutschfesten Läufer steht ein Rollstuhl neben einer behindertengerechten Toilette.

Neuer Leistungsanspruch bei Tages- und Nachtpflege

Auch demenziell Erkrankte in der sogenannten „Pflegestufe 0“ profitieren nun von den Leistungen der Tages- und Nachtpflege. Die Betreuung kann somit zeitweise von einer entsprechenden Einrichtung übernommen werden.

Demenziell Erkrankte mit erheblichen Einschränkungen der Alltagskompetenz und einem Pflegebedarf unterhalb der Pflegestufe I erhalten nun Leistungen der Tages- und Nachtpflege. Erstmals besteht für sie ein Anspruch in Höhe von bis zu 231 Euro pro Monat. Die Leistungen können neben der ambulanten Pflegesachleistung beziehungsweise dem Pflegegeld ohne Anrechnung in Anspruch genommen werden.

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Die Illustration zeigt einen jungen Mann mit Koffer und auf den Kopf gesteckter Sonnenbrille, der seine Mutter zum Abschied auf den Kopf küsst. Hinter dem Mann wartet freudig ein Hund.

Das Pflegestärkungsgesetz II bringt weitere Verbesserungen

Ab 2017 richtet sich der Leistungsanspruch nach dem individuellen Grad der Selbstständigkeit – und nicht mehr nach körperlichen oder geistigen Defiziten. Davon profitieren insbesondere demenziell Erkrankte.

Mit dem Pflegestärkungsgesetz II wird die Pflegebedürftigkeit ab 2017 auf einer anderen Grundlage festgestellt. Damit wird dann die bisherige Unterscheidung zwischen körperlichen Einschränkungen und kognitiven sowie psychischen Erkrankungen – darunter auch demenzielle Erkrankungen – aufgehoben. Im Zentrum stehen ab 2017 der einzelne Mensch und die Beeinträchtigung seiner Selbstständigkeit. Diese wird mit einem neuen Begutachtungsverfahren ermittelt.

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Weitere Informationen zur Pflege

Fachinformationen zur Pflege

Fakten, Gesetze, Publikationen: Fachinhalte finden Sie auf der Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit.

Praxisseiten Pflege

Das praktische Fachangebot für alle, die sich beruflich mit Pflege beschäftigen.

Entbürokratisierung

Weniger Bürokratie, mehr Pflege: „EinSTEP“ ist eine Initiative des Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung.

Aktion „Ich pflege, weil...“

Ein starkes Netzwerk für die Pflege: jetzt informieren und Pflege-Botschafter werden!

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