Pflege-Wissen von A bis Z

Entbürokratisierung der Pflegedokumentation

Pflegekräfte und Pflegebedürftige haben zunehmend den Eindruck, dass die Bürokratie im Pflegealltag zunimmt und damit Zeit für die direkte Pflege verloren geht. Mit den Maßnahmen zur Entbürokratisierung in der Pflege wird die Pflegedokumentation nun ambulant und stationär effizienter gestaltet. Dazu wurde ein praxisnahes Strukturmodell entwickelt, das sich seit Anfang des Jahres 2015 in der Implementierungsphase befindet.

Die schriftliche Darstellung des Pflegeprozesses wird durch die neue Grundstruktur der Pflegedokumentation auf vier Schritte reduziert.

Kern des Modells ist die Strukturierte Informationssammlung (SIS), die zu Beginn des Pflegeprozesses anhand von definierten Themenfeldern erfolgt und gemeinsam von der pflegebedürftigen Person und der Pflegefachkraft zur Einschätzung der individuellen Situation durchgeführt wird.

Durch die zusätzliche übersichtliche Erfassung der pflegerischen Risiken und Phänomene zu Beginn des Pflegeprozesses in der SIS und eine darauf aufbauende Maßnahmenplanung sowie die Festlegung von Evaluationsdaten ist die Qualität der pflegerischen Versorgung gesichert.

Zentral für das Strukturmodell ist einerseits die systematische Berücksichtigung der persönlichen Perspektive der pflegebedürftigen Person. Andererseits erfolgt eine Rückbesinnung auf die Fachkompetenz der Pflegefachkräfte: Auf schematische Dokumentationsroutinen und Einzelleistungsnachweise für wiederkehrende Abläufe in der Grundpflege und Betreuung im Berichteblatt wird verzichtet, stattdessen wird stärker der professionellen Einschätzung der Pflegefachkraft vertraut.

Gesetzlich wurde sichergestellt, dass die erreichte Zeiteinsparung nicht zu einer niedrigeren Pflegevergütung führen darf, sondern für die Pflege zur Verfügung steht. Das entlastet die Pflegekräfte, stärkt die Motivation und setzt Ressourcen für die eigentlichen Pflegeaufgaben frei.

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann, hat Anfang 2015 dieses Projekt zur bundesweiten Einführung des Strukturmodells initiiert, um gemeinsam mit den Spitzenverbänden der Kosten- und Einrichtungsträger sowie Vertretern der Betroffenenverbände und der Länder das neue Modell umzusetzen.

Interessierte Pflegeeinrichtungen können sich auf der Projektwebsite www.Ein-STEP.de für die Teilnahme am Projekt anmelden. Sie erhalten dann Unterstützung durch die Multiplikatoren ihrer Trägerverbände und das vom Projektbüro entwickelte Schulungs- und Informationsmaterial.

Schon über 10.000 Pflegeeinrichtungen haben sich auf diesem Weg zur Einführung des neuen Modells entschlossen (Stand November 2016: 42 Prozent aller Pflegeeinrichtungen in Deutschland). Das neue Modell wurde inhaltlich fortentwickelt, um es ab 2017 auch in Tages- und Kurzzeitpflegeeinrichtungen einzuführen.

Häufig gestellte Pflege-Fragen

Was ändert sich beim Personal in den stationären Pflegeeinrichtungen?

Mehr erfahren

Was sind die zentralen Verbesserungen durch die Pflegestärkungsgesetze?

Mehr erfahren
Pflegepersonal in seinem Büro

Weitere Informationen

Begutachtung (Pflegeversicherung)

Um Leistungen von der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen zu können, muss ein Antrag bei der Pflegekasse gestellt werden. Sobald der Antrag gestellt wurde, beauftragt die Pflegekasse den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) oder andere unabhängige Gutachterinnen beziehungsweise Gutachter mit der Begutachtung zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit.

Mehr zu Begutachtung (Pflegeversicherung)

Strukturierte Informationssammlung (SIS) als Element des Strukturmodells

Das Strukturmodell ermöglicht, dass eine konsequent an den individuellen Bedürfnissen der pflegebedürftigen Person orientierte Maßnahmenplanung erfolgen kann.

Mehr zu Strukturierte Informationssammlung (SIS) als Element des Strukturmodells

Pflegestärkungsgesetz II (PSG II)

Durch das zweite Pflegestärkungsgesetz (PSG II) gelten seit 2017 grundlegende Veränderungen und Verbesserungen im Pflegesystem für Pflegebedürftige, Angehörige sowie Pflegekräfte. Eckpfeiler des Gesetzes ist die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs.

Mehr zu Pflegestärkungsgesetz II (PSG II)

Infografik-Poster – „Die Pflegestärkungsgesetze“

Download Kostenlos bestellen

Broschüre – „Die Pflegestärkungsgesetze“

Download

Broschüre – „Ratgeber Pflege“ - Alles, was Sie zum Thema Pflege und zu den Pflegestärkungsgesetzen wissen müssen

Download Kostenlos bestellen

Pflege-Wissen von A bis Z