Pflege-Wissen von A bis Z

Begutachtungsmodule: Außerhäusliche Aktivitäten und Haushaltsführung

Diese beiden Begutachtungsmodule fließen nicht in die Berechnung des Pflegegrades ein, dienen aber als Beratungsgrundlage für eine Versorgungsplanung.

Worum geht es?

Kurze Spaziergänge, der Besuch beim Bäcker oder beim Hausarzt – zu einem eigenständigen Leben gehört nicht nur das Zurechtfinden in der eigenen Wohnung, sondern auch der Gang vor die Tür. In den zwei Modulen Außerhäusliche Aktivitäten und Haushaltsführung werden diese Fähigkeiten erhoben. Das Verlassen des eigenen Wohnraums und die Teilnahme an Veranstaltungen oder Aktivitäten mit anderen Menschen fließen hier ebenso ein wie die Selbständigkeit etwa in den Bereichen Staubsaugen, Einkaufen und Haushaltsführung.

Die Bereiche fließen nicht in die Berechnung des Pflegegrades ein, sondern dienen vor allem als Beratungsgrundlage für eine Versorgungsplanung.

Wie wird begutachtet?

  • Die beiden Bereiche beziehen weitere versorgungsrelevante Informationen mit ein.
  • Es wird bewertet, ob und in welchem Umfang die Person außerhäusliche Aktivitäten praktisch durchführen kann.
  • Außerdem wird die Haushaltsführung begutachtet.
  • Auch in diesem Modul gibt es eine Bewertungsskala, um den Grad der Selbständigkeit zu beschreiben.
  • Die Bewertung ist jedoch unerheblich für die Feststellung des Pflegegrades.
  • In diesem Modul geht es beispielsweise darum, ob die Person sich selbständig oder nur mit Hilfe in einer größeren Ansammlung von Menschen aufhalten kann; etwa bei sportlichen und kulturellen Veranstaltungen.

Die Module im Überblick

Unterschiedliche Kriterien geben Aufschluss darüber, inweit eine Person in der Lage ist außerhäusliche Aktivitäten nachzugehen oder den Haushalt zu führen

Außerhäusliche Aktivitäten

  • Verlassen des Bereichs der Wohnung oder der Einrichtung
  • Fortbewegen außerhalb der Wohnung oder Einrichtung
  • Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Nahverkehr
  • Mitfahren in einem Kraftfahrzeug
  • Teilnahme an kulturellen, religiösen oder sportlichen Veranstaltungen
  • Besuch eines Arbeitsplatzes, einer Werkstatt für behinderte Menschen oder einer Einrichtung der Tages- und Nachtpflege oder eines Tagesbetreuungsangebotes
  • Teilnahme an sonstigen Aktivitäten mit anderen Menschen

Haushaltsführung

  • Einkaufen für den täglichen Bedarf
  • Zubereitung einfacher Mahlzeiten
  • Einfache Aufräum- und Reinigungsarbeiten
  • Aufwendige Aufräum- und Reinigungsarbeiten einschließlich Wäschepflege
  • Nutzung von Dienstleistungen
  • Umgang mit finanziellen Angelegenheiten
  • Umgang mit Behördenangelegenheiten

Weitere Informationen

Begutachtung (Pflegeversicherung)

Um Leistungen von der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen zu können, muss ein Antrag bei der Pflegekasse gestellt werden. Sobald der Antrag gestellt wurde, beauftragt die Pflegekasse den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) oder andere unabhängige Gutachterinnen beziehungsweise Gutachter mit der Begutachtung zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit.

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Pflegegrade und neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff

Fünf Pflegegrade ersetzen seit dem 1. Januar 2017 die bisherigen drei Pflegestufen. Sie ermöglichen es, Art und Umfang der Leistungen der Pflegeversicherung unabhängig von körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen auf die jeweiligen individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse abzustimmen.

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Pflegestärkungsgesetz II, (PSG II)

Durch das zweite Pflegestärkungsgesetz (PSG II) gelten seit 2017 grundlegende Veränderungen und Verbesserungen im Pflegesystem für Pflegebedürftige, Angehörige sowie Pflegekräfte. Eckpfeiler des Gesetzes ist die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs.

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Pflegebedürftigkeit

Pflegebedürftig sind Personen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung in erheblichem oder höherem Maße der Hilfe bedürfen.

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Medizinischer Dienst der Krankenversicherung (MDK)

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) ist der sozialmedizinische Beratungs- und Begutachtungsdienst der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung.

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Infografik-Poster – „Die Pflegestärkungsgesetze“

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Broschüre – „Die Pflegestärkungsgesetze“

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Broschüre – „Alle Leistungen zum Nachschlagen“

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Broschüre – „Ratgeber zur Pflege – Alles was Sie zur Pflege und zum neuen Pflegestärkungsgesetz wissen müssen"

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Broschüre – „Ratgeber Demenz"

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Infografik – „Berechnung der fünf Pflegegrade"

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