Muss ich mich als pflegebedürftiger Mensch zum Jahreswechsel neu begutachten lassen?

Nein, denn alle, die bisher eine Pflegestufe haben oder bei denen eine erhebliche Beeinträchtigung der Kompetenz, ihren Alltag selbständig zu leben, festgestellt wurde, werden automatisch in einen der neuen Pflegegrade übergeleitet. Sie werden nicht neu begutachtet und müssen auch keinen Antrag auf Neubegutachtung stellen.

Es ist vor der Überleitung auch keine besondere „Taktik“ erforderlich, denn die Überleitungsvorschriften sind so gestaltet, dass fast alle Pflegebedürftigen deutlich besser und niemand  schlechter gestellt wird.

Bei Menschen mit ausschließlich körperlichen Einschränkungen gilt die Regel „+1“, d.h. man kommt z.B. von Pflegestufe I in Pflegegrad 2. Für Menschen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz findet ein „doppelter Stufensprung“ („+2“) statt. War ein Pflegebedürftiger mit eingeschränkter Alltagskompetenz z.B. bislang in Pflegestufe II, wird er ab 2017 in Pflegegrad 4 übergeleitet.

Die Pflegekassen ordnen jedem pflegebedürftigen Menschen mit einer Pflegestufe oder einer Feststellung der Beeinträchtigung der Alltagskompetenz den per Gesetz vorgesehenen, neuen Pflegegrad zu und teilen das dem Pflegebedürftigen mit. So wird für die Betroffenen unnötiger zusätzlicher Aufwand vermieden.

Die Einstufung und Leistungen der Pflegeversicherung sind sowohl heute als auch nach Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs so gestaltet, dass mit stärkerer Pflegebedürftigkeit eine umfangreichere Versorgung ermöglicht wird. Es ist daher jetzt und in Zukunft wichtig, dass Pflegebedürftige anhand ihres Gesundheitszustands und der daraus verursachten Pflegesituation entscheiden, ob sie einen Antrag auf eine andere Pflegestufe stellen oder in ein Heim umziehen wollen. Nur so kann eine gute Versorgung sichergestellt werden. 

Weitere Fragen

Was ändert sich durch die neue Begutachtung?

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Wie ist das neue Begutachtungsinstrument aufgebaut? Was genau wird begutachtet?

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Wie läuft eine Begutachtung zukünftig ab?

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Gilt das neue Begutachtungsinstrument auch für Kinder?

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Wie funktioniert die automatische Überleitung?

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Kann ich nach der automatischen Überleitung durch eine neue Begutachtung schlechter eingestuft werden?

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Weitere Informationen

Begutachtung (Pflegeversicherung)

Um Leistungen von der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen zu können, muss ein Antrag bei der Pflegekasse gestellt werden. Die Pflegekasse beauftragt unabhängige Gutachterinnen bzw. Gutachter mit der Begutachtung zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit.

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Pflegegrad 2

Pflegegrad 2 ist einer von fünf Pflegegraden. Die Pflegegrade gelten ab dem 1.1.2017 und ersetzen die bis dahin geltenden drei Pflegestufen.

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Pflegegrad 3

Pflegegrad 3 ist einer von fünf Pflegegraden. Die Pflegegrade gelten ab dem 1.1.2017 und ersetzen die bis dahin geltenden Pflegestufen I bis III und „0“.

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Pflegegrad 4

Pflegegrad 4 ist einer von fünf Pflegegraden. Ab 1.1.2017 ersetzen die Pflegegrade die bis dahin geltenden Pflegestufen I bis III und „0“.

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Pflegegrad 5

Pflegegrad 5 ist einer von fünf Pflegegraden. Die Pflegegrade gelten ab dem 1.1.2017 und ersetzen die bis dahin geltenden Pflegestufen I bis III und „0“.

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Pflegegrade (neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff)

Ab 1.1.2017 werden 5 Pflegegrade die bisher gültigen Pflegestufen (I bis III und „0“) ablösen.

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Überleitung in die Pflegegrade

Alle Pflegebedürftigen werden zum 1. Januar 2017 ohne erneute Begutachtung mindestens in den nächst höheren Pflegegrad übergeleitet. Es gilt: niemand wird schlechter gestellt.

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