„Wir stellen einen hohen Anspruch an unsere Arbeit, die Pflege von Menschen. Verstärkung können wir dabei selbstverständlich gut gebrauchen."

Noch bevor sie am Morgen die Tür zur ihrem Dienstzimmer öffnet, führt Jenny Peschel auf dem Flur bereits das erste Gespräch mit einer Bewohnerin. Die demenziell erkrankte Frau grüßt leise und fragt nach der Uhrzeit. Mit ihrer Antwort schickt die Pflegedienstleiterin auch ein Lächeln zurück. „Viele ältere Menschen wünschen sich Zuwendung und persönliche Worte“, sagt die 33-Jährige mit Blick auf die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner – im Alltag sei es aber oftmals schwierig, dafür Zeit zu finden.

Nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung

Bereits als Kind zeigt Jenny Peschel großes Interesse an medizinischen Themen. Den Weg in den Arztberuf möchte sie aber nicht gehen. Direkt nach dem Abitur beginnt sie stattdessen eine Ausbildung zur Krankenschwester, arbeitet in der Altenpflege und studiert schließlich Pflegemanagement. Seit 2012 ist die heute 33-Jährige als Pflegedienstleiterin in einem Seniorenpflegewohnheim in Berlin-Friedrichshain beschäftigt. Hier sorgt sie sich in erster Linie um die organisatorischen Dinge: Sie schreibt Dienstpläne, spricht mit Angehörigen und kümmert sich um die Belange der älteren Menschen im Haus.

Das neue Gesetz heißt für Jenny: mehr Kollegen und etwas mehr Zeit

„Meine Aufgabe ist es, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass alle Bewohner gut versorgt sind“, sagt Jenny Peschel über ihre Tätigkeit. Das bedeutet unter anderem, dass sie in Ausnahmefällen auch einspringt, um ihre Teamkollegen zu unterstützen und selbst Aufgaben in der Pflege übernimmt. Die verbesserte Relation zusätzlicher Betreuungskräfte zu Pflegebedürftigen, die seit dem Pflegestärkungsgesetz I gilt, kann da nur hilfreich für den Alltag in den Pflegeeinrichtungen sein. Die Zahl der zusätzlichen Betreuungskräfte soll insgesamt deutlich steigen – insgesamt um 20.000 auf bis zu 45.000. Zudem baut die Bundesregierung in den kommenden Jahren die Bürokratie, insbesondere in der Pflegedokumentation, ab – und macht es so auch Pflege-Expertinnen wie Jenny Peschel etwas einfacher, mehr Zeit für die Bewohnerinnen und Bewohner zu finden.

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