„Altenpflege ist auch immer Austausch zwischen den Generationen. Dass es jetzt bald mehr Raum dafür gibt, ist für beide Seiten ein unschätzbarer Wert.“

Seine Bücher konnte er mitnehmen. „Und wo meine Bücher sind, fühle ich mich zuhause“, sagt Gerhard Hiller, der vor einem Jahr wegen zunehmender Gebrechlichkeit in ein Altenpflegeheim gezogen ist. Besonders schätzt der 95-Jährige dort den regelmäßigen Austausch mit den jungen Pflegerinnen und Pflegern über das historische oder aktuelle Weltgeschehen. Ginge es nur um die geistige Fitness, dann wäre Gerhard Hiller kein Pflegefall.

Der Ökonom sieht die wirtschaftliche und menschliche Seite der Pflege

Hiller hat ein bewegtes Leben hinter sich. Im Krieg wurde er an der Ostfront verletzt und geriet in Gefangenschaft. Nach Kriegsende studierte er, gründete eine Familie und wurde über die Jahre zu einem angesehenen Professor für Volkswirtschaft. So manches der wissenschaftlichen Bücher in seinem Regal hat der emeritierte Hochschullehrer selbst verfasst. Aufgrund seiner eigenen Pflegesituation sieht der Ökonom jedoch nicht nur die wirtschaftliche Seite des Pflegestärkungsgesetzes: „Die Menschlichkeit einer Gesellschaft zeigt sich auch dadurch, wie sie mit ihren Schwächsten umgeht“, sagt er.

Eine bessere Pflege bringt für Herrn Hiller die Generationen zusammen

„Dass sich jetzt alle noch mehr um uns Alte kümmern, weckt Hoffnung in die Jugend.“ Dass durch das Pflegestärkungsgesetz zukünftig 510 Millionen Euro mehr für zusätzliche Betreuungskräfte zur Verfügung stehen, sieht er als wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Er wünscht sich, dass sich auch der Alltag seiner Pflegerinnen und Pfleger dadurch ein bisschen entspannt und dies mehr Zeit für Diskussionen mit ihnen lässt. „Das ist ganz wertvolle Zeit – für beide Seiten.“

Wir stärken die Pflege